Stimme der Erinnerung: Die Penzberger Mordnacht am 28. April 1945 durch die Augen des Zeitzeugen Nikolaus Lutz

In der bayerischen Kleinstadt Penzberg wurden am 28. April 1945 – die Amerikaner standen kurz vor der Stadt – 16 Männer und Frauen wegen „Hochverrats“ getötet, von einem Militärkommando erschossen bzw. von einem Mob aufgehängt.

Im Rahmen unseres Geschichtsunterrichts durften acht Tage vor dem 81. Gedenktag der „Penzberger Mordnacht“ alle vier 9. Klassen am Montag, den 20. April 2026, in der Stadthalle Penzberg die durch die Stadtbücherei Penzberg organisierte und kostenfreie Veranstaltung „Stimme der Erinnerung: Die Penzberger Mordnacht durch die Augen eines Zeitzeugen“ besuchen.  

Der Vortrag beschäftigte sich mit den historischen Ereignissen rund um die Penzberger Mordnacht vom 28. April 1945, einem besonders bedeutenden und grausamen Kapitel der Stadtgeschichte.

Nach einer kurzen Begrüßung und Einführung durch Frau Ilka Heissig von der Stadtbücherei Penzberg erhielten die insgesamt ca. 200 Schüler und Schülerinnen der Real-, Mittel und Montessori-Schule Penzberg zunächst einen historischen Überblick durch Katrin Fohlmeister-Zach aus dem Penzberger Stadtarchiv, die dabei tatkräftige Unterstützung durch einen äußerst kompetenten Lehrer der Mittelschule Penzberg bekam.

Anschließend schilderte Nikolaus Lutz als Zeitzeuge seine persönliche Wahrnehmung zur Mordnacht:

Er war damals zehn Jahre alt und Ministrant, als er am Sonntagmorgen zur Kirche gehen wollte. Er sah die toten Menschen an den Bäumen hängen, den Kopf in der Schlinge, Schilder mit teilweise ihren Namen, teils mit NS-Propaganda, vor der Brust. „Es war ein Schock.“ Die Nachricht, dass andere Menschen erschossen worden waren, habe sich zugleich wie ein Lauffeuer verbreitet. Ludwig März, eines der Opfer, habe er gut gekannt. Aber auch weitere Opfer seien ihm durch die damalige Nachbarschaft bekannt gewesen. Die Bilder von den Erhängten könne er nicht vergessen. „Sie verfolgen mich noch manchmal im Schlaf.“

Eines der schlimmsten Schicksale, die in dieser Nacht passiert waren, so Herr Lutz, sei auch das Schicksal um das Ehepaar Fleißner gewesen: Die sog. „Werwolf-Gruppe“ wollte Herrn Fleißner aus seinem Haus zerren. Seine Frau habe sich mit aller Gewalt an ihren Mann geklemmt und die Worte „Nein! Nein! Nein!“ geschrien. Die Nationalsozialisten entschieden daraufhin kurzerhand, Frau Fleißner, welche zu dieser Zeit hochschwanger war, auch mitzunehmen und sie ebenfalls an einem Baum zu erhängen. Zählt man das ungeborene Kind mit, müsste man eigentlich heute von 17 statt 16 Opfern der Penzberger Mordnacht sprechen.

Das Gefühl, welches Nikolaus nach wie vor begleitet, sei ein sehr schweres. Man dürfe nicht vergessen, in welchem Wohlstand wir heute leben dürfen und solle alles dafür tun, dass sich so eine Geschichte auf keinen Fall mehr wiederholt.

Gerade aufgrund des „schweren Gefühls“, das ihn stets begleitet, wenn er an diese Nacht und die Zeit davor und danach denkt und darüber spricht, ist die Bereitschaft von Herrn Lutz, seine Geschichte mit jungen Menschen zu teilen, umso mehr hervorzuheben. Sein Engagement verdient große Anerkennung- nicht auch zuletzt vor dem Hintergrund, dass er erst wenige Tage vor der Veranstaltung einen schweren persönlichen Verlust erlitten hat: Vor einer Woche war seine Frau verstorben, die er selbst als das beste und schönste Kapitel seines Lebens bezeichnete. Gerade im Wissen um die prägenden und belastenden Erfahrungen seiner Kindheit, insbesondere die Erlebnisse der Penzberger Mordnacht, des zweiten Weltkrieges und die Abwesenheit seines Vaters durch russische Kriegsgefangenschaft, berührte dies daher nochmal in besonderer Weise.

Sein Besuch wurde von allen Beteiligten als Ausdruck großer Stärke und als wichtiger Beitrag zur lebendigen Erinnerungskultur wahrgenommen.

Vielen DANK an Herrn Lutz, dass er sich die Zeit genommen hat, seine bewegenden Erinnerungen mit uns zu teilen! 

Zum Abschluss blieb ausreichend Zeit für Fragen aus dem Publikum, sodass die Schüler und Schülerinnen ihre Gedanken und Eindrücke aktiv einbringen konnten, was zahlreich in Anspruch genommen wurde: „Hatten Sie in dieser Nacht bereits etwas gehört? Wie haben Sie das Ganze danach verarbeitet? Wurde das Thema in Ihrer Familie besprochen? sind nur einige wenige Beispiele.

Die Teilnahme an dieser Veranstaltung war ein wichtiger Bestandteil unseres Unterrichts und bot eine wertvolle Gelegenheit, lokale Geschichte aus erster Hand zu erleben, denn, wie es Frau Ilka Heissig von der Stadtbücherei Penzberg am Schluss der Veranstaltung passend zum Ausdruck brachte:

„Nur wer die Vergangenheit kennt, kann die Zukunft verändern!“

Vielen DANK an die Stadtbücherei Penzberg, insbesondere an

Frau Ilka Heissig,

die uns diesen besonders eindrucksvollen Zugang zur Geschichte ermöglicht hat und dadurch das Verständnis für die Bedeutung von Erinnerungskultur, Demokratie und gesellschaftlicher Verantwortung förderte!

Nicole Vogl

 

 

Exkursion ins Deutsche Museum – Wissenschaft hautnah erleben

Im Frühjahr 2025 tauschten die siebten Klassen für einen Tag das Klassenzimmer gegen einen außerschulischen Lernort in München. Ziel war das Deutsche Museum, wo die Schülerinnen und Schüler naturwissenschaftliche Inhalte einmal ganz praktisch erleben konnten.

Im dortigen Chemielabor wurden sie selbst aktiv: Ausgestattet wie echte Forschende führten sie verschiedene Untersuchungen an alltäglichen Lebensmitteln durch. Im Fokus stand dabei nicht das bloße Zuschauen, sondern das eigenständige Experimentieren. Mit einfachen Nachweisverfahren prüften die Jugendlichen beispielsweise, ob sich in Lebensmitteln wie Butterkeksen oder Proteinriegeln Zucker, Stärke oder Eiweiß finden lassen. Schritt für Schritt lernten sie dabei grundlegende Methoden der Analyse kennen.

Nach der praktischen Arbeit blieb noch Zeit, die zahlreichen Bereiche des Museums zu erkunden. In kleinen Gruppen entdeckten die Schülerinnen und Schüler verschiedene Themenwelten.

Am Ende des Tages stand fest: Der Perspektivenwechsel vom Klassenzimmer ins Labor und Museum hatte sich gelohnt. Die Mischung aus eigenem Ausprobieren und freiem Entdecken sorgte nicht nur für neue Erkenntnisse, sondern zeigte auch, wie spannend naturwissenschaftliches Arbeiten sein kann.

Unser besonderer Dank gilt dem Förderverein unserer Schule. Dieser unterstützt die Besuche im Deutschen Museum durch die großzügige Finanzierung einer Schulmitgliedschaft im Deutschen Museum.

Christina Chiaffrino

„MINT -Tage“ in der 6. Jahrgangsstufe

In der Woche nach den Faschingsferien war es wieder so weit, drei Tage selbstständig, praktisch und abwechslungsreich Lernen in den MINT-Fächern. In jeweils halber Klassenstärke legten die Schülerinnen und Schüler gespannt und erwartungsvoll los und bearbeiteten für je 90 Minuten die Aufgaben der jeweiligen Module.

Folgende Module konnten wir heuer anbieten:

  • Mathematik:               Workshop GeoGebra, eine kostenlose, interaktive Mathematik- Software, mit der Schülerinnen und Schüler mathematische Figuren zeichnen, Funktionen darstellen und Berechnungen können.
  • Physik:                        Erneuerbare Energien, mit unseren neuen Experimentiersets zu erneuerbaren Energien, konnten Einblicke in die Funktion von Wind- und Solarenergie gewonnen werden.
  • IT:                                Scratch, eine Programmiersprache für Kinder und Jugendliche sowie erste Schritte mit dem Programm CAD, zur Erstellung von technischen Zeichnungen und 3D-Modellen am PC.
  • Biologie:                     Sezieren einer Forelle zur anatomischen Betrachtung von Organen bei Fischen, passend zum Lehrplan und dem Themenschwerpunkt Wirbeltiere.
  • Gesundheit/Ernährung: Zubereitung der sezierten Forelle mit saisonalem Gemüse.

Zum Abschluss der MINT – Tage stand auch wieder ein äußerst informativer und spannender Besuch bei der Freiwilligen Feuerwehr Penzberg auf dem Programm. Ein absolutes Highlight war diesmal die Vorführung des Drehleiterfahrzeugs.

Fazit: Wir erhielten wieder sehr positive Rückmeldungen von unseren Schülerinnen und Schülern, eine Verbindung aus Spaß und Lernen.

Herzlichen Dank an alle beteiligten Kollegen sowie Herrn Kapfer – Arrington von der Freiwilligen Feuerwehr Penzberg.

Gabi Hörer

 

Willkommen in der Hogwarts Akademie

So lautete das Motto der diesjährigen Aktion „Große experimentieren mit Kleinen“ Hierzu begrüßten wir an zwei Tagen die 4. Klassen der Grundschulen in Penzberg.

Wie immer durften Grundschüler selbständig in kleinen Gruppen zu Themen rund um Luft, Brennbarkeit, Magnetismus und elektrische Leitfähigkeit experimentieren und wurden dabei fachkundig von Schülerinnen und Schülern aus den Klassen 10a, 10b und 10c unterstützt.

Anschließend gab es ein Quiz, hier konnten unsere Gäste als kleine Experten ihr neugewonnenes naturwissenschaftliches Wissen unter Beweis stellen.

Als abschließendes Highlight der Veranstaltung führten unsere 10. Klässler Showexperimente durch. Sie schlüpften dafür in die Rolle erfahrener Zauberer und mutiger Zauberlehrlinge und vermittelten so eine magische Atmosphäre, wie bei Harry Potter.

Fazit: Unseren 10. Klässlern ist es gelungen, Neugier zu wecken, Naturwissenschaften spannend zu machen und dabei coole Vorbilder zu sein.

Gabi Hörer

„Wir Kinder des 20. Juli- Gegen das Vergessen: Die Töchter und Söhne des Widerstands gegen Hitler erzählen ihre Geschichte“

Eine szenische Lesung für unsere 10. Klassen (am 12.2.2026) und 9. Klassen (am 22.07.2026) durch den Schauspieler und Spiegelbestsellerautor Tim Pröse

Aus Anlass des 80. Jahrestages der Penzberger Mordnacht bot die Stadtbücherei Penzberg letztes Jahr die Lesung „1945 bis 2025: 80 Jahre Kriegsende. Die letzten Stimmen des Widerstands“ mit dem Schauspieler und Spiegel- Bestsellerautor Tim Pröse im Metropol Penzberg an.

Diese hat sowohl Lehrkräfte als auch Schüler und Schülerinnen so berührt und überzeugt, dass wir Tim Pröse für die oben genannte Lesung am DONNERSTAG, den 12.02.2026 (für die 10. Klassen), und am MITTWOCH, den 22.07.2026 (für die 9. Klassen), zu uns an die Heinrich-Campendonk-Realschule Penzberg eingeladen haben!

Es wurde an die letzten Helden gegen Hitler erinnert. Tim Pröse ist vielen von ihnen selbst begegnet und hat sie lange begleitet. Nun präsentierte er die Frauen und Männer, die sich gegen Hitler gestellt hatten, in einer szenischen Lesung. Diese mutigen Menschen haben zusammen mit Claus Graf von Stauffenberg am 20. Juli 1944 ein Zeichen gesetzt, das die Welt veränderte. An diesem Tag versuchte Graf, Hitler zu töten. Hunderte Entschlossene aus dem Militär, Zivilleben, der Politik und Kirche gaben ihr Leben an diesem Tag. Hitler nahm damals blutige Rache. Mehr als 150 Widerstandskämpfer ließ er grausam ermorden. Ihre Kinder wurden den Eltern entrissen: Sie sind die letzten Stimmen des Widerstands.

Tim Pröse hat diese Töchter und Söhne besucht, begleitet und ihnen zugehört: Welche Erinnerungen haben sie geprägt? Und welche Botschaft haben sie für uns heute?                                                                                              

Sein neues Buch „Wir Kinder des 20. Juli. Gegen das Vergessen: Die Töchter und Söhne des Widerstands gegen Hitler erzählen ihre Geschichte“ stand im Mittelpunkt der Lesung, vielmehr dieses Vortrags.

Es ist ein Buch und ein Vortrag über eine Vergangenheit, der wir uns jetzt stellen müssen. Denn das Gestern ist gegenwärtiger denn je.

Die Nachfahren dieser mutigen Generation rufen zum Schutz unserer Demokratie auf: „Wir müssen ihren Feinden in unserem Land und europaweit die Stirn bieten. Und wir sollten uns alle dafür verantwortlich fühlen.“

Eine aufregende, faktenreiche und bewegende Lesung zur Erinnerung und Mahnung.

Nicole Vogl